
Grolsch Bluesfestival Schöppingen 2010
Der zweite Tag
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Nach einer für einige doch eher unruhigen Nacht .. nein, es werden keine
Details verraten, allerdings empfiehlt die Bluesroad für zukünftige
Bluesevents doch eine Großpackung Ohropax gegen "Holzfäller" jeglicher
Coleur .. ging es gegen 14:30 Uhr wieder Richtung Bluesfestival.
Und
für alle, die am Samstag die etwas ruhigeren Bluestöne vermisst hatten,
hielten Hölscher und seine Mannen das richtige Programm bereit.
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Grosses Kompliment an:

Richard Hölscher - der "Macher" von Schöppingen |
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Den
Auftakt am Pfingstsonntag machte Ben Granfeld und seine Band. Keine
leichte Aufgabe, die doch etwas müden Blueser und Blueserinnen wieder in
Stimmung zu bringen – aber die Finnen wussten mit ihrer frischen Art,
die anwesende Festivalgemeinde wieder wach zu rütteln.
Man
konnte spüren, dass sie Live-Auftritte dieser Art genießen und mit
großer Spielfreude präsentierten sie ihre Stücke, ihre Version von „Cocain“
war absolut hörenswert.
Mit
Drummer Miri Miettinen, Bassist John „Groovemaster“ Vihervä und dem
neuesten Mitglied der Band Kasper Martenson an den Keyboards
präsentierte Ben Granfeld rockigen Blues vom Feinsten.
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Tja
und dann – dann kam für viele der Blues nach Schöppingen. Da war sie
wieder, die Gänsehaut, die Shakura S’Aida bei vielen, der ihr schon nach
2 Minuten ihres Auftritts restlos „verfallenen“ Zuhörern, erzeugte.
Mit
der Band, die sie auch schon während der diesjährigen Bluescaravan
begleitete, wusste Shakura sich und jeden einzelnen dieser
außergewöhnlichen Formation gekonnt in Szene zu setzen.
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Donna Grantis, mit der Shakura fast alle der musikalischen Leckerbissen
auf der aktuellen CD „Brown Sugar“ zusammen geschrieben hat, bewies
wieder einmal ihr Ausnahmetalent an der Gitarre.
Zurückhaltend
aber immer am Punkt bewies sie, dass nicht nur Männer das
Gitarrenhandwerk verstehen.
Shakuras Mimik ist einzigartig, ihre Stimme ist mitreißend und wenn dann
noch das Publikum in einer Mischung aus Englisch und „Schwitzerdütsch“
zum Mitmachen animiert wird – Blueserherz, was willste mehr.
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Sowohl Roger Innis am 6-Saiten-Bass als auch Denis Palatin an den Drums
und Johnny Dyke am Keyboard boten eine überzeugende Leistung sowohl
solistisch als auch als Band. Es ist immer wieder eine Freude, diesen
Vollblutmusikern zuhören zu dürfen.
Für
mich einer der Höhepunkte in Schöppingen dieses Jahr.
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Kaum wieder durchgeatmet nach dem fulminanten Auftritt von Shakura
S’Aida folgte eine Band, auf die viele der anwesenden Bluesroader/innen
mit großer Spannung gewartet hatten. Delta Moon – und sie sollten nicht
enttäuscht werden !!!
Es
„slidete“ in Schöppingen – und wieder fuhren wohlige Schauer über den
Rücken der anwesenden Bluesschar. Die Gitarristen Tom Gray und Mark
Johnson präsentierten eine Bluesladung, die sich gewaschen hatte.
Unverkennbar ihre Südstaatenwurzeln, sie präsentierten eine Mischung aus
ruhigeren und rockigen Stücken, in die sich der geneigte Bluesfan
einfach nur reinfallen lassen konnte.
Locker und leicht präsentiert – ein Hochgenuß !!!!
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Unterstützt
durch Drummer Darren Stanley und Bassist Franher Joseph, boten sie in
beeindruckender Weise das volle Blues Spektrum und enttäuschten die hoch
gesteckten Erwartungen nicht
Ach
ne, was war das schööön !!!!
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In
Deutschland eher unbekannt die nachfolgende Bluestruppe – Cafe R&B, aber
das soll wohl nicht lange so bleiben. Frauenpower in Schöppingen !!!
Roach die als Sängerin schon des öfteren mit Etta James, Tina Turner
oder Aretha Franklin verglichen wurde, lieferte eine Show ab, die
ihresgleichen sucht.
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Gitarrist Byl Carruthers, Ehemann von Roach, Bobby Picket am Bass, Steve
Utstein an den Keyboards und Don Swanson an den Drums setzten die Blueslady
gekonnt in Szene.
Aber von Anfang an war klar, wer hier auf der Bühne dominiert. Roach !!
Wie man auf solch Stilettos derartig abtanzen kann ohne dabei die Stimme
zu verlieren, wird mir ein Rätsel bleiben, die (natur-?)blonde Mähne
wippte während sie alles tat um vor allem die männliche Bluesgemeinde
vollkommen zu faszinieren.
Wenn ich richtig gehört habe, konnte man spontane Liebesbekundungen
hören, die Richtung Bühne gerufen wurden.
Dass dann irgendwann eine Kette ins Publikum und die Schuhe über die
Bühne flogen, war irgendwie selbstverständlich.
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Nach diesem Auftritt war dann erstmal wieder verschärftes Durchatmen
angesagt.
Den
Abschluß des diesjährigen Grolsch-Bluesfestivals in Schöppingen machte
dann Jason Ricci, der in diesem Jahr ebenfalls einen Blues Music Award
in der Kategorie „Harmonica“ gewinnen konnte.
Um
es vorab zu nehmen, Jason Ricci spaltete die Bluesroad-Welt.. Während
50% der BluesroaderInnen restlos begeistert von seinem Auftritt waren,
hätten die anderen 50% auch einen kürzeren Auftritt dieses Ausnahme-Harpspielers
ohne Murren hingenommen.
Unser allseits bekannter und beliebter Vertreter der
norddeutschen Landbevölkerung“ Farmer John war restlos begeistert und
meint dazu:
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Jason Ricci - spielt er Blues? Er selbst
sagt, er macht Musik - aber was für eine? Klar das Puristen bei dieser
Art von “Blues“ am liebsten die Ohren verschließen würden.
In der Show von J. Ricci fanden sich die
verschiedensten Stile von Musik wieder. Von orientalischer Musik und
Jazz über Blues, Rock und Funk vermischt mit Punk bis zum Hip Hop es war
vieles vertreten. Fakt ist, der Junge ist ein Super – Harpspieler der
seine Musik mit wahninniger Emotion vorträgt.
Mir kam spontan der Gedanke, wie lange hält
ein Mensch das durch. Mal klingt die Harp, elektronisch verstärkt wie
eine Kirchenorgel danach wieder wie eine Bluesharp. Das exorbitante
Aussehen und Auftreten des Künstlers führte natürlich zu weiteren
Kontroversen beim Publikum.
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Die erstklassige Begleitband “New Blood“ mit
Shawn Starsky (git, voc), Todd " Buck Weed" Edmunds (bs, voc) und Byron
Cage (dr, voc) unterstützen ihren Meister großartig. Besonders die
beiden von der Rhythmusgruppe lassen den Frontmann so gut wie nie aus
den Augen und gehen gekonnt auf seine Eskapaden ein. Shawn Starsky,
Co-Autor der meisten Stücke beweist an der Gitarre das er in vielen
Gefilden zu Hause ist, ob Jazz, Funk, Rock oder Blues der Mann kann’s.
Auch für den Basser, Todd " Buck Weed"
Edmunds, ebenfalls an den meisten Songs als Komponist mitbeteiligt,
findet sich ein Rahmen um sein Können in einem langem Solo darzustellen.
Insgesamt ein sehr abwechslungsreicher, stark emotioneller Auftritt
eines außergewöhnlichen (Blues?) – Musikers.
Aber so ist das nun mal im Blues –
er bietet für jeden etwas und man muss auch nicht immer gleich
empfinden.
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Fazit des
diesjährigen Grolsch-Bluesfestivals in Schöppingen: Es hat wieder großen
Spaß gemacht und wir kommen wieder (die Drohung steht)!!!
In einer
nicht repräsentativen Umfrage am Frühstückstisch über die
beeindruckendsten Auftritte, wurden Tommy Castro, Delta Moon, Shakura
S’Aida aber auch Mark Selby und Jason Ricci genannt. Wir werden darüber
noch trefflich diskutieren )))
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Verfasser und Fotos: Jazzy und Farmer John |