Fehmarn Open Air 2010

Wie immer am ersten Septemberwochenende fand das F-O-A
am Flüggerstrand auf der Insel Fehmarn statt.
Das auch als Jimi-Hendrix-Revival-Festival bekannte Event fand in diesem Jahr
erstmalig und einmalig an zwei Tagen statt. 
Anlass hierfür war der letzte Auftritt von Jimi Hendrix vor 40 Jahren
am 6. September 1970 auf Fehmarn.
Das F-O-A Festival läuft unter dem Motto  "Umsonst & Draussen"
und wird unter enormen Anstrengungen von
einigen ehrenamtlichen "Musikverrückten" organisiert.
http://www.mendiger.de/konzerte/fehmarn2010/fehm01.jpg 
http://www.mendiger.de/konzerte/fehmarn2010/fehm02.jpg  Auch in diesem Jahr hatte das Programm wieder einiges für Bluesrock-Fans zu bieten.
Ca. 20.000 Zuschauer tummelten sich an den beiden Tagen
auf dem Gelände am Flüggerstrand.
Bei überwiegend schönem Wetter konnte in einer entspannten Atmosphäre
der Musik gelauscht werden.
 
Als erste Band trat "Hamburgs späteste Band“ - Thirsty Mama auf.
Sie löste die Aufgabe als Opener gut.
Bekannte Coverversionen aus dem Bluesrock- und Rockbereich
erfüllten ihren Zweck und zogen die Zuschauer an die Bühne.
  Die in der Besetzung Gitarre, Bass, Harp, Gesang und Drums
spielenden Hanseaten zeigten das sie ihr Handwerk verstehen.
Mit ihren einzigartigen Versionen alter Bluesrock Hymnen brachten sie
das Publikum schnell in die richtige Stimmung und
bereiteten “den Boden“ für die nächsten Bands vor.
Als nächstes trat Henrik Freischlader mit seiner Band auf.
Er begann, wie es sich für ein Hendrix-Revival-Festival gehört
mit einem Hendrix Stück - "Foxy Lady".
Man merkte es dem Wuppertaler Musiker an, es machte ihm Spaß 
vor der imposanten Kulisse zu spielen.
Etliche Stücke aus der aktuellen CD
Recorded By Martin Meinschäfer" waren zu hören.
 
  Besonders der Schluss des gut einstündigen Sets und die Zugabe
waren fulminant und sprühten vor Energie und Spiellaune.
Zum Abschluss spielten Freischlader und Co dann “Fire“ und
noch einen Mix aus "Voodoo Chile“ und „Who Knows“.
Abgemischt wurde das ganze übrigens von Martin Meinschläfer.
Freischlader bewies dass seine Erfolge auf der letzten Tour
nicht von ungefähr herrührten.
Es folgten - The Brew - der Höhepunkt des ersten Tages.
Vielleicht des ganzen Festivals.
Das Trio bestehend aus den Gitarristen Jason Barwick (20),
dem Bassisten Tim Smith und dem Drumer Kurtis Smith (20).
Sie legten eine Rockshow der besseren Art hin.
Stark angelehnt an die Musik von  Led Zeppelin, Cream und Hendrix
überzeugte die Band von der ersten Minute an das Publikum.
 
  Die beiden 20jährigen sowie der Vater von Kurtis zelebrierten ein
sehr starkes und  druckvolles Konzert.
Exzellente Musiker mit einem herrlichen Drive.
Von Hendrix wurde eine tolle Version von "Little Wing" dargeboten.
 Zum Schluss gab es noch ein sehr gutes und spektakuläres Drums-Solo,
wie man es heute nur noch selten hört.

Am nächsten Tag startete das Festival wie gewohnt mit dem Shantychor.

Interessant wurde es für die Bluesrockfraktion um 16:00 Uhr.
Es trat auf - Jimmy Bowskill.
Der 19-jährige setzte die Reihe der jungen Wilden fort.
Der Sound des Kanadiers lässt sich am besten mit
Power-Blues-Rock beschreiben.

 

 
  Der talentierte Gitarrist und Sänger hat alle von ihm
vorgetragenen Stücke selbst geschrieben.
Zum Abschluss des Konzertes zerschlug der Musiker noch seine Gitarre.
Eine spektakuläre aber unnötige Aktion.
Der Künstler begründete dies anschließend, auf Nachfrage,
er hätte dies aus der Freude bei diesem Festival auftreten zu dürfen gemacht.
Dann folgte die Überraschung,  für viele ein Deja Vu –
Double Vision eine Band aus Thüringen.
Rock’n Blues Musik, die eng mit dem Namen Rory Gallagher verbunden ist.
Rory Gallagher Coversongs und etliche eigene Stücke brachte das Trio.
Das Gitarrenspiel und der Gesang erinnerten stark an den
viel zu früh gestorbenen irischen Gitarristen.
 
  Die Band verstand es  die Musik des Meisters so überzeugend darzubieten,
dass das Publikum in Scharen zur Bühne zurückkehrte.
Man merkte es den Musikern an, wie es sie freute,
vor so vielen Menschen spielen zu dürfen.
Das Publikum bedankte sich und forderte noch eine Zugabe,
die dann auch mit "Bullfrog Blues" folgte .
Double Vision ein Überraschungsgig - einfach Klasse.
In den Umbaupausen konnte man sich u.a.
eine liebevoll gestaltete Ausstellung über Jimi Hendrix
und über die vergangenen F-O-A anschauen.
Hier war dokumentiert wann und wo Jimi in Europa
und speziell in Deutschland aufgetreten ist.
Weiterhin konnte man erfahren wer bisher alles auf Fehmarn aufgetreten ist.
Die Ausstellung enthielt zahlreiche, zum Teil sehr seltene Fotos.
 
  Mit Miller Anderson, der Mann der schon 1970 mit Keef Hartley
auf dem Fehmarn-Festival gespielt hat, wurde es ruhiger auf der Bühne.
Miller zeigte, dass man auch ohne große Show überzeugen kann.
Mit einer großen Souveränität arbeitete er sich durch das Programm von
Eigen- und Fremdkompositionen.
Mit der Spencer Davis Group, Chicken Shack, Savoy Brown, 
Mountain, T-Rex und dem  British Blues Quintett sind nur einige der
Bands genannt in der Anderson gespielt hat
Mit Hoochie Coochie Man“, “House Of The Risin' Sun“ und
“Boogie Brothers“  aus der Savoy Brown Zeit sowie der Eigenkomposition
“By The Light“ sind ein Teil des Repertoires der Band aufgeführt.
Nur das von einer Zuschauerin geforderte Stück “Mustang Sally“
mochte er nicht spielen.
Ein guter, gefühlvoller Gitarrist mit einer tollen Stimme und
einer erstklassigen Band im Rücken.
 
  Nach Wolf Maahn, auf den wir hier nicht näher eingehen wollen,
folgte dann Todd Wolfe.
Todd Wolfe und seine Mannen haben nach Aussage der beiden BluesRoad-Radio Hörer,
*Emma HH* und Uwe ein “Hammerkonzert“ hingelegt.
Der ehemalige Lead-Gitarrist von Sheryl Crow konnte mit seiner
modernen Mischung aus Blues und psychedelischen Rock
vollstens überzeugen.

Anm.: Der Verfasser dieser Zeilen hatte sich während des Auftritts
von Herrn Maahn vom Festival verabschiedet.

 

Wir haben 2 herrliche Tage in Fehmarn erlebt. Das Wetter hat mitgespielt.

Die Stimmung war einmalig. Überwiegend gute, tolle Musik, freundliche nette Menschen.

Man kann diesem Festival nur wünschen, das es weiter geht.

Darum von der BluesRoad:

Alles Gute dem F O A - Team für 2010

                                                                                                                                                                                        
Farmer John 07.09.2010